neurogevity Privatpraxis für Psychotherapie Hamburg

Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Die Ursachen sind vielfältig und oft komplex. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass nicht nur körperliche, sondern auch emotionale und psychologische Faktoren eine große Rolle spielen. Und, dass Nervensystem und Schlaf in direktem Zusammenhang stehen. 

Ursachen von Schlafstörungen

  1. Ungesunde Lebensgewohnheiten: Übermäßiger Konsum von Koffein, Alkohol oder Nikotin sowie unregelmäßige Schlafenszeiten stören den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus.
  2. Medizinische Bedingungen: Erkrankungen wie Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom oder chronische Schmerzen können ebenfalls zu Schlafproblemen führen.
  3. Neurologische Ursachen: Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen, sind häufig mit Schlafstörungen verbunden.
  4. Stress und Sorgen: Unsere Gedanken drehen sich oft im Kreis, wenn wir versuchen, zur Ruhe zu kommen. Sorgen über den Job, die Familie oder finanzielle Probleme können den Schlaf erheblich stören. Sehr häufig ist ein Dysreguliertes Nervensystem als Folge chronischen Stresses maßgeblich an Schlafproblemen beteiligt. Gerade Unternehmer haben auf Grund ihres hohen Workloads ein erhöhtes Risiko.
  5. Emotionale Belastungen: Unverarbeitete Emotionen, wie Trauer, Angst oder Wut, beeinflussen unser Schlafverhalten. Solche Emotionen können dazu führen, dass wir uns nachts unruhig hin und her wälzen.

Häufig führt eine besonders herausfordernde und belastende Lebenssituation (z.B. Erkrankung, akute Krise) zu einer vorübergehenden Schlafstörung. Ob die Schlafstörung dann chronisch wird entscheidet der individuelle Umgang mit dem mangelhaften Schlaf, insbesondere auf gedanklicher Ebene. Daher ist für Aufrechterhaltung folgender Teufelskreis relevant:

Der Teufelskreis der Schlafstörungen

Schlafstörungen sind oft nicht nur ein einmaliges Problem, sondern können sich zu einem Teufelskreis entwickeln. Dieser Teufelskreis wird durch negative Gedanken und schlechte Angewohnheiten aufrechterhalten:

  1. unNegative Gedanken: Wenn wir Schwierigkeiten haben einzuschlafen, neigen wir dazu, uns über die fehlende Erholung und die negativen Konsequenzen Sorgen zu machen. Diese negativen Gedanken verstärken den Stress und erschweren das Einschlafen noch mehr, denn wer sich ärgert kann nicht entspannen. Weiterhin werden dann unbewusst Prozesse konditioniert (z.B. der Blick auf die Uhr nachts löst inneren Ärger oder Hilflosigkeit aus).
  2. Schlechte Angewohnheiten: Aus Frustration greifen wir oft zu ungesunden Methoden, um den Schlaf zu fördern, wie Alkohol oder Schlafmittel, oder Versuche wie noch zeitiger ins Bett zu gehen oder mit Tagesschlaf zu kompensieren. Diese verschlechtern langfristig die Schlafqualität und die Schlafgewohnheiten. 10 Dos and Don’ts für einen guten Schlaf:

Dos:

  1. Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende.
  2. Schlafumgebung optimieren: Sorgen Sie für eine ruhige, dunkle und kühle Schlafumgebung.
  3. Entspannungstechniken: Praktizieren Sie Entspannungsübungen wie Meditation, progressive Muskelentspannung oder zumindest eine tiefe Bauchatmung vor dem Schlafengehen um den Parasympathikus zu aktivieren.
  4. Ausgewogene Ernährung: Ernähren Sie sich ausgewogen und vermeiden Sie schwere und späte Mahlzeiten vor dem Schlafengehen.
  5. Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität abgestimmt auf das Nervensystem kann helfen, den Schlaf zu verbessern. Achten Sie jedoch darauf, nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen Sport zu treiben.
  6. Routine entwickeln: Etablieren Sie eine feste Abendroutine, die Ihnen hilft, sich auf den Schlaf vorzubereiten. Mein Geheimtipp: Der Gute Nacht Tee einer bekannten roten Drogeriekette :o)
  7. Elektronische Geräte vermeiden: Schalten Sie mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen elektronische Geräte wie Fernseher, Computer und Smartphone aus oder nutzen Sie im Handy einen Schlafen-Modus, um insb. Das blaue Licht zu reduzieren oder bestimmte Apps zu deaktivieren.
  8. Tageslicht nutzen: Verbringen Sie möglichst viel Zeit im Tageslicht, um Ihren natürlichen Biorhythmus zu unterstützen.
  9. Entspannungsbad: Ein warmes Bad vor dem Schlafengehen kann helfen, sich zu entspannen.
  10. Schädliche und verzerrte Gedanken erkennen und ändern: Negative Gedanken (“Es ist eine Katastrophe, wenn ich nicht gleich wieder einschlafe”, “Dann ist der ganze Tag morgen im Eimer!”) müssen erstmal erkannt werden. Danach ist es wichtig diese realistisch zu betrachten und ggf. sich von diesen zu lösen. Suchen Sie sich 2-3 Gedanken, welche helfen können, das Wachsein etwas gelassener zu betrachten.

Don’ts:

  1. Koffein und Nikotin: Vermeiden Sie Koffein und Nikotin insbesondere am späten Nachmittag und Abend. Bedenken Sie die Halbwertszeit von Koffein von 10 Stunden (nach 10 h ist immer noch die Hälfte des Koffeins im System, welches den Sympathikus aktiviert und somit die Gegenteilige Reaktion zum Schlaf!)
  2. Alkohol: Reduzieren Sie den Alkoholkonsum, da er die Schlafqualität beeinträchtigen kann.
  3. Unregelmäßige Schlafenszeiten: Versuchen Sie, nicht zu lange auszuschlafen oder tagsüber zu nappen.
  4. Stressige Aktivitäten: Vermeiden Sie anregende oder stressige Aktivitäten vor dem Schlafengehen.
  5. Zu helles Licht: Helle Lichtquellen, insbesondere blaues Licht von Bildschirmen, können den Schlaf stören.
  6. Schwere Mahlzeiten: Essen sie keine großen, schweren Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen.
  7. Schlafmittel: Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln ohne ärztliche Absprache.
  8. Grübeln im Bett: Versuchen Sie nicht, im Bett über Probleme nachzudenken. Stehen Sie lieber auf und schreiben Sie Ihre Gedanken auf und lege Sie den Zettel in einen Schubkasten.
  9. Unbequeme Matratze: Eine unbequeme Matratze oder ein unbequemes Kissen können den Schlaf stören. Vielleicht ist es Zeit für eine neue hochwertige Matratze.
  10. Zu spätes Training: Intensives Training kurz vor dem Schlafengehen kann das Einschlafen erschweren.

Individuelle Ursachen und Lösungsansätze
Es ist wichtig, die individuellen Ursachen Ihrer Schlafstörung herauszuarbeiten. Weiterhin ist eine Einschätzung Ihres Nervensystems zentral. Als CLARIFY Kunde weise ich Sie gern auf den auf der Plattform enthaltenen Kurs “Schlafstörungen verstehen und lösen” hin ODER sprechen Sie mich gern in einer unserer 1:1 Sessions an!

Sie sind kein Kunde / keine Kundin aber suchen als Unternehmer oder Unternehmerin nach einer fachlichen, diskreten und flexiblen 1:1 Unterstützung, um einen Umgang mit Stress, Panik, Schlafstörung oder Burn-out zu finden, dann begleite ich Sie bei Kapazität gern: